Baubericht

Den Bau des Lotsenbootes möchte ich gerne protokollieren. Eigentlich nur für mich. Aber wenn ich das jedoch schonmal aufschreibe, kann ich andere auch teilhaben lassen. Vielleicht ist es ja interessant. Erstes Ziel ist ein fahrfertiger Rumpf.

Modellmaße
Länge über alles: 31,5 cm
Breite: 10 cm
Verdrängung = Gewicht: 270g

2.7.2020
Stachel Das Spant-Gerüst ergibt tatsächlich eine gleichmäßige Rumpfform. Vorsichtig angepinnte Leisten ergaben, dass nur im Bereich der Kimm von Spant 6 sehr wenig Luft verbleibt. Auch ohne Spant 3 ergibt sich eine harmonische Rumpfform. Ich werde daher die Spanten 3 und 6 einfach weglassen. Ohne Pins und Leisten wiegt das Ensemble bereits 100g, was mich zunächst erschreckte. Das meiste entfiel dann aber doch auf Motor, Welle und Schraube. Noch brauche ich mir also keine großen Sorgen machen, dass der weitere Rumpfbau die 270g Verdrängung überschreiten könnte.

1.7.2020
Akt Früher hätte ich es so ausgedrückt: "Die Herstellung des Spant-Gerüsts war ein ziemlicher Akt."
Auf dem Bild ist das Puzzle schon mal zusammengesteckt - nur Spant 3 liegt daneben, denn da ist das Stevenrohr im Wege. Der wird als einziger später zweigeteilt.

Die Motorhalterung musste ich ebenfalls überarbeiten. Jetzt trifft Ritsel auf Zahnrad.

19.6.2020
Gebogen Und endlich ist es wieder einen nur scheinbar kleinen Schritt vorwärts gegangen. Die beiden Seiten des "Decksumriss" sind verklebt und auf die Helling gespannt. Für die Biegung, Deckssprung genannt, habe ich eine einfache Lösung gefunden, diese recht genau einstellen zu können. Es sind Löcher von knapp 3 mm Durchmesser in die Helling gebohrt und M3-Schrauben als Stützen eingeschraubt, die zur Sicherheit gegen Verschwinden eine Mutter aufgedreht haben. Vier Niederhalter und eine Holzschraube fixieren das Ganze. Ist der Rumpf später mal fertig geformt, brauche ich nur die Schrauben der Niederhalter lösen um den Rumpf von der Helling zu lösen.

Auf dem Bild sieht man sehr schön auch, wie das Stevenrohr bereits in das Kielbauteil (oder wie nennt man das?) eingebaut ist. Das Teil steckt zunächst nur zur Demonstration im Decksumriss. Als nächstes ist der Motorspant dran.

... und die 20 mm Schiffsschraube ist heute angekommen.

8.6.2020
Reihenfolge Normalerweise denkt man, dass es eine gewisse natürliche Reihenfolge beim Bau gibt. Zum Beispiel: Spanten aussägen, aufrichten, Rumpf formen, Schraubenwelle und Ruder einbauen, Antrieb einbauen, usw. Nein, bei mir ist das anders. Bevor noch der erste Spant gesägt ist, muss nicht nur klar sein, wie die Antriebsanlage aussehen soll - sie muss auch in die entsprechenden Teile eingebaut sein, denn später komme ich dort kaum noch heran. Ein Bild davon mache ich später. Im Moment zieht sich der Baufortschritt etwas ...

... außerdem ist die gekaufte 25 mm Vierblattschraube zu groß. Es hätten 20 mm sein müssen.

5.6.2020
Überraschungen Und schon gab es ein Problem: Der Spantenriss stimmt nicht! Wenn man sich Unterwasserbereich um die Schraube im Bild vom Lotsenboot Lachs genauer betrachtet, sieht man, dass Rumpf dort in eine schmale Finne ausläuft. Der Spantenriss (insbesondere Spant 1) zeigt aber eine völligere Form - ist also falsch. Ich habe also die betroffenen Spanten per Kurvenlineal korrigiert und bin gespannt, ob das Spant-Gerüst später eine passende Form ergibt.

Wegen des schönen Wetters der letzten Tage ist der eigentliche Baufortschritt eher mäßig. Heute ist ein Regentag und ich habe den Decksumriss (oder wie genau nennt man so ein Teil?) mit Aussparungen für die Spanten fertig gestellt. Beide Hälften habe ich ausgesägt, übereinander geschraubt und gemeinsam in Form geschliffen, damit der Rumpf auch wirklich symmetrisch wird. Bei größeren Modellen mag hier ein Millimeter nicht auffallen, aber bei so einem kleinen Schiffchen eben doch. Im der Wahl des Sperrholzes habe ich es gut gemeint und 3 mm hochwertiges Flugzeugsperrholz verwendet. Schlecht, denn aufgrund des Deckssprungs muss sich der Streifen biegen können. Damit die Kraft (und damit später die Spannung) nicht zu hoch wird, habe ich ihn nachträglich noch schmaler gesägt. Als nächstes werden die Teile auf die Helling gespannt und die Spannten hergestellt.

22.5.2020
Entscheidungen
Viel ist noch nicht passiert. Spanten und Seitenriss sind in der richtigen Größe ausgedruckt, wobei die Halbspanten per Grafik-Tool zu ganzen Spanten wurden. Stevenrohr und Propeller passender Größe sind bestellt. Ich habe mich gegen den Bau eines laminierten GFK-Rumpfs entschieden. Der Aufwand für Urmodell und Negativ-Form erscheint mir zu hoch. Auch habe ich keine Lust auf diese Bauweise. Viel lieber möchte ich einen Rumpf auf Spanten in der Leistenbauweise probieren. Die bauchige Form des Rumpfes könnte die Sache kniffelig machen. Als ersten Schritt müssen die Spanten, abzüglich der Dicke der Außenhaut erstellt werden.