Die Hardware Vom Endbahnhof Neuntal führt die Strecke von links durch einen Wanddurchbruch auf die Anlage, nach einem Halbkreisbogen von rechts durch Katzbach, links durch einen weiteren Halbkreisbogen im Tunnel wieder nach rechts vorbei an der Abzweigweiche zur Holzverladung, vorbei am Haltepunkt Laubenstein und verschwindet danach im Tunnel, hinter dem sich der Schattenbahnhof Grauenbergen verbirgt. Tatsächlich ist also nur ein einfaches Hin- und Herfahren der Züge möglich, womit sich nur ein eher langweiligen Betrieb auf einer Nebenbahn darstellen lässt. Damit dies etwas interessanter wird, auch im Hinblick auf ein oder zwei Mitspieler, habe ich mir etwas einfallen lassen.
Die Geschichte
Wir stellen uns vor, die Strecke teile sich nach Durchfahren des letzten Tunnels (der Zufahrt zum Schattenbahnhof) in zwei Zweige auf. Eine Strecke führt nach Grauenbergen, eine andere nach Rothenthal. Die beiden Bahnhöfe Grauenbergen und Rothenthal liegen an einer Hauptstrecke mit regen Verkehr an durchgehenden Güterzügen und Personenzügen. Es wird darüber normalerweise ein umfangreicher Pendler-Verkehr abgewickelt. Über die Spitzkehren-Strecke nach Neuntal läuft dagegen eher wenig Güter- und Personenverkehr. Die Holzverladung wird täglich bedient und auch in Neuntal findet nur wenig Güterverkehr statt. Leider muss die Hauptstrecke zwischen Grauenbergen und Rothenthal wegen Bauarbeiten für längere Zeit voll gesperrt werden. Damit hat die Bahn jetzt ein ziemliches Problem. Ein Teil der Güterzüge kann großräumig umgeleitet werden. Für den Pendler-Verkehr muss die Bahn jedoch einen Ersatzverkehr einrichten. Der Bahnhof Neuntal liegt in einem im Winter sehr beliebten Skigebiet. Er besitzt daher für einen kleinen Endbahnhof ungewöhnlich viele Bahnsteige, um den Ansturm von Wintersportlern zu begegnen. Jetzt im Sommer ist dies von Vorteil. Für einen Ersatzfahrplan richtet die Bahn in Neuntal eine Art Umsteigebahnhof für Pendler aus den beiden Städten und den Gemeinden Katzbach und Laubenstein ein. Zur den beiden Hauptverkehrszeiten morgens und abends treffen sich die Züge des Berufsverkehrs aus Grauenbergen und Rothenthal zusammen mit einem Zubringer aus Katzbach und Laubenstein in Neuntal. Aus betrieblichen Gründen fahren die Züge jeweils wieder zurück zu ihrem Start-Bahnhof und nicht etwa zum jeweils anderen Bahnhof. Reisende im Berufsverkehr müssen in Neuntal also auf jeden Fall den Zug wechseln. Ebenfalls aus betrieblichen Gründen (fehlende Bahnsteiglänge) fahren die Züge in Laubenstein und Katzbach durch. Wer also in dieser Zeit von Katzbach oder Laubenstein nach Grauenbergen oder Rothenthal will, muss mit einem Zubringer zunächst nach Neuntal fahren und dort in einen der Züge des Berufsverkehrs umsteigen. Als Zubringer dient ein Schienenbus. Außerhalb der beiden Stoßzeiten pendelt ein normaler Personenzug von Grauenbergen über Neuntal nach Rothenthal und wieder zurück. Dieser wickelt auch Expressgut ab. Der Güterverkehr auf der Strecke findet wie gewohnt statt. Zusätzlich werden einige durchgehende Güterzüge, vor allem Holztransporte, über die Strecke umgeleitet. Diese Züge machen in Neuntal nur Kopf. Betriebspraxis Da die Zugfolge klar ist, wird keine Modellzeituhr benötigt (Könnte man jedoch nutzen.). Ich verwende auch keine Wagenkarten und Frachtzettel, sondern bilde die Güterzüge nach Gutdünken. Dies ist eine deutliche Abweichung von dem umfangreichen Regelwerk, das man auf Fremo-Treffen braucht. Auch wenn man zu zweit oder zu dritt spielt, kann das Verfahren so beibehalten werden, wie wir es bereits mehrmals erfolgreich praktiziert haben. Die üblichen Buchfahrpläne und BfOen sind zwar alle vorhanden, verwendet werden jedoch nur der Bildfahrplan und die BfO der vier wichtigen Betriebsstellen Grauenbergen, Rothenthal, Katzbach und Neuntal, vor allem deshalb, weil in der BfO die Gleisbelegung festgeschrieben ist. Ich drucke diese auch nicht aus, sondern verwende einen Laptop zur Anzeige. Ein Bildschirm zeigt in vier Browser-Tabs die BfO der Betriebsstellen. Ein zweiter Bildschirm zeigt den Bildfahrplan. Die Orientierung nur mit dem PC ist somit recht einfach und ist auch für Mitspieler leicht zu durchschauen. Auf jeder BfO kann ein Zug per Klick als "gefahren" markiert werden. Somit ist leicht zu sehen, was als nächstes dran kommt.
Fahrplan-Idee Keine Angst. Zwar geht der Fahrplan über 15 Stunden und hat deshalb so viele Züge, die Strukturen wiederholen sich jedoch immer wieder. Wegen der Übersichtlichkeit sind die Züge des Berufsverkehrs morgens und abends in Magenta dargestellt. Ansonsten sind Nahgüterzüge braun, durchgehende Güterzüge rot, Personenzüge blau und Triebwagen schwarz dargestellt. Reisenden von Katzbach nehmen morgens 6:15 Uhr den Triebwagen nach Neuntal. Die beiden Züge aus Grauenbergen und Rothenthal sind bereits durch Katzbach gefahren und stehen wartend in Neuntal. Nach Ankunft des Triebwagens und Umsteigen aller Passagiere, fahren die Züge wieder zurück zum Ausgangsbahnhof. Der Triebwagen fährt danach zurück nach Katzbach und Laubenstein und nimmt Reisende aus Grauenbergen, Rothenthal und Neuntal zu diesen Reisezielen mit. In Laubenstein wechselt der Triebwagen seine Fahrtrichtung. Reisende von Laubenstein erreichen noch Anschluss an alle Ziele, denn der Triebwagen fährt zurück nach Katzbach, wird dort erneut von den beiden Pendler-Zügen überholt und fährt weiter nach Neuntal, wo die Züge wieder warten. Sind die Reisenden aus dem Triebwagen bzw. dem jeweils anderen Zug umgestiegen, fahren die Züge wieder zurück. Damit ist der Berufs-Pendel erledigt. Gegen 16:00 Uhr wiederholt sich das gleiche Spiel des Berufsverkehrs, nur das vorher der Triebwagen von Neuntal über Katzbach nach Laubenstein und zurück nach Katzbach gefahren ist, um dort überall Reisende einzusammeln bzw. abzuliefern. Er fährt die Runde noch einmal und bleibt nach einer erneuten Runde bis zum nächsten Morgen dann in Katzbach am Bahnsteig stehen. Die Pendler-Züge bestehen übrigens aus wendefähigen Doppelstockeinheiten, bei denen in Neuntal die Lok nicht umgesetzt werden muss. Und auch der Triebwagen wendet ja problemlos. Außerhalb dieser Stoßzeiten befördert ein pendelnder Personenzug und der Triebwagen die Reisenden - jeweils einmal vormittags, mittags und nachmittags. Dafür beginnt der Triebwagen seine Runde von Neuntal über Katzbach nach Laubenstein und zurück nach Katzbach. Hier überholt der Personenzug aus Grauenbergen, der diesmal auch in Katzbach hält. Somit kommen die Reisenden aus Laubenstein nach Katzbach, Neuntal und Rothenthal. Wenn sie nach Grauenbergen wollen, haben sie leider eine Stunde Aufenthalt in Katzbach oder Neuntal, denn Zug kommt etwa eine Stunde später zurück aus Rothenthal und fährt dann weiter nach Grauenbergen. Führt der Personenzug Expressgutwagen mit, ist in Neuntal etwas mehr Aufenthalt zum Rangieren eingeplant. Der Nahgüterzug ist etwas besonderes, denn er führt einen Personenwagen mit, ist also eher ein GmP. Er hält deshalb auch kurz in Laubenstein. Die Mitfahrgelegenheit für Reisende ist als unbequemer Notbehelf gedacht. Da in Katzbach auch der Personenwagen mitrangiert wird, müssen Reisende dort aussteigen und können erst nach Beendigung des Rangierens wieder einsteigen. Ein Holz-Zug und ein Tank-Zug fahren als durchgehende Güterzüge, also als Show-Züge. Gezogen werden sie von jeweils einer meiner beiden BR 44, was optisch ordentlich etwas her macht. Bei einer üblichen Modellzeit von 1:3 würde das Durchspielen einer Fahrplan-Session 5 echte Stunden dauern. Das ist natürlich viel zu lange. Ich werde daher eher nur Teile den Plans spielen, oder nur Etappen. Generell ist die Abfolge der Züge so ausgelegt, dass man a) auch alleine spielen kann und b) nicht unbedingt eine Modellzeituhr laufen lassen muss. Auch können die Show-Güterzüge weggelassen werden. Möchte man eher Rangieren, kann die Zeit des Berufsverkehrs, in der ja nur Personenverkehr abläuft, ausgelassen werden. Spielt man den Fahrplan mit mehreren Leuten, kann also der Plan der Anzahl und den Vorlieben der Mitspieler angepasst werden. Bildfahrplan
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