Antriebsumbau in der Lok Die Idee war, den runden Originalmotor im Führerhaus durch einen Glockenanker-Motor zu ersetzen, der in einem Halter steckt, der die Maße des Originalmotors hat. Der Halter kann somit an Stelle des originalen Motors eingeklipst werden. Da der Originalmotor im Prinzip nur ein runder Zylinder ist, braucht man lediglich einen solchen mit gleichen Durchmesser zu drehen, der mittig ein Loch für den Glockenanker-Motor hat. Die Achse des neuen Motors wird dann automatisch fluchten. Die originale Schnecke musste von der Motorwelle abgezogen werden, denn ich konnte kein Ersatzteil mit passenden Maßen auftreiben. Die Motorwelle vom Glockenanker-Motor hat 0,8 mm Durchmesser, auf die eine Verlängerung mit einem Außendurchmesser von 1,5 mm aufgeschoben und verklebt wird. Dies ist jetzt der Durchmesser der originalen Motorwelle. Sie passt damit wieder in das Gegenlager im Chassis und trägt die originale Schnecke. Die alte Halterung für die originalen Motorschleifkontakte wird abgeknipst. Bild 1 zeigt die erste Versuchsanordnung, noch mit unfertig bearbeiteten Halter. Im Bild 2 ist der Halter fertig gedreht, gefräst und mit einem Verdrehschutz versehen, wie ihn auch der originale Motor hatte. Er hat außerdem eine Kabeldurchführung nach hinten zum Tender für die Motordrähte. Im oberen Teil ist Material zur Gewichtsersparnis entfernt. Trotzdem bringt der neue Antrieb etwa doppelt so viel Gewicht auf die Waage. In Bild 3 ist alles testweise zusammengesteckt. Mechanisch passt es soweit. Der "Schwerpunkt" der komplett montierten Lok liegt zwischen der 3. und 4. Achse, also ziemlich weit hinten. In Bild 4 härtet der Kleber vom Motor gerade aus. Die Pins halten den Antriebsstrang in Position, da er ansonsten durch die Spannung in den Anschlussdrähten nach vorne gedrückt würde. Damit das Gehäuse tatsächlich passt, musste ich leider doch am Trimmgewicht im Kessel manipulieren. Am hinteren Ende musste die Nase abgeschnitten werden, die den Kontakt zur Beleuchtung trägt. Den Raum benötigt jetzt der Motor. Und in der Mitte musste eine kleine Nut gefräst werden, weil die neue Motorwelle aus dem vorderen Lager herausragt. Ich hätte sie auch kürzen können, jedoch ist es mir so lieber. Die Pfeile in Bild 5 zeigen auf die beiden Stellen. Abschließend habe ich die hintere Öffnung des Halters mit einer runden Scheibe aus geschwärztem Plexiglas verschlossen. Und Bild 6 zeigt die jetzt fahrbereite Lok.
Decoder im Tender Im Tender ist reichlich Platz für einen Decoder mit integrierten Speicher. Bilder 7 und 8 zeigen die Ausgangssituation mit dem Entstörfilter. Die Platine mit dem Entstörfilter wird durch eine passend angefertigte Leiterplatte aus kupferkaschierten Material ersetzt, wobei das Kupfer nach unten zeigt und somit den Kontakt zu den Radschleifern herstellt (Bild 9). Die Platine hält auch gleichzeitig über zwei M 1,6 Schrauben das Fahrgestell zusammen, braucht also zwei Löcher mit Gewinde. Da ich nur 0,8 mm dickes Leiterplattenmaterial vorrätig hatte, was für ein Gewinde zu wenig Futter bietet, habe ich zwei noch zwei Verstärkungsbrücken aus 1,5 mm Pertinax aufgesetzt. Als Decoder wird ein DHSP10A von Döhler & Haas verwendet. Dieser passt genau zwischen die Brücken und wird dort mit doppelseitigen Klebeband fixiert (Bild 12). Die Verbindung zu den Kontaktflächen auf der Unterseite übernehmen zwei Kupferlackdrähtchen, die dort so angelötet sind (Bild 10), dass sie den Radschleifern nicht im Wege sind. Leider musste vom Trimmgewicht doch noch ein wenig weggefräst werden, damit sich das Gehäuse aufsetzen lies (Bild 13). Die Kupferlackdrähte von den Radschleifern waren problemlos zu verlegen. Für die Kabel vom Motor musste ich im Chassis mit einem kleinen Kugelkopffräser eine Kanal erzeugen. Und auch das Gehäuse bekam an der Stelle einen 2 mm breiten Kanal mit 0,5 mm Tiefe eingefräst. Chassis und Gehäuse klemmen die beiden nach vorne führenden Motorkabel ein und halten sie somit in Position. Die Kabel bilden zwischen Lok und Tender eine u-förmige Schleife zwecks der Beweglichkeit. Da sie im Tender direkt am Decoder angelötet sind, lassen sich Lok und Tender nicht mehr trennen. Bild 14 zeigt die endgültige Situation mit abgenommenen Tender-Gehäuse.
Rekonstruktion Ich hatte nicht in Erinnerung, dass die Lok, außer dem defekten Motor und der fehlenden vorderen Kupplung, auch ansonsten in einem sehr desolaten Zustand war. So musste ich leider feststellen, dass vom Chassis die obere Brücke aus Plaste auf Höhe zwischen den mittleren Rädern gebrochen war (Bild 16) und somit nach oben "abhauen" konnte. Dort fand ich auch Reste von Kleber, was also bedeutet, dass irgendwer (ich ?) das mal versucht hatte zu reparieren. Auch gebrochen war die Brücke mit den Zylindern (Bild 17). Ein Reparaturversuch der Zylinderbrücke schlug fehl. Also habe ich die beiden Teile festgeklebt und auch das Chassis-Teil mit dem darunter liegenden Metallchassis verklebt. Das bedeutet jetzt, dass ich diese Teile später nicht mehr demontieren kann, aber was soll's ... Den Wiedereinbau der vorderen Kupplung befürchtete ich als sehr fummlig, vor allem wegen der zu montierenden winzigen Druckfeder, die dabei gerne wegspringt und auf diese Weise aus dem bekannten Universum verschwindet (In den Bildern 17 und 18 fehlt die Feder noch. Darum hängt die Kupplung herunter.). Bis mir die Idee kam, sie mit einem winzigen Tropfen Kleber an der Kupplung zu fixieren (Bild 19). Ich brauchte somit nur die untere Fahrwerksplatte vorne etwas aufzusperren, sie in dieser Lage zu fixieren und konnten dann sehr kontrolliert und in aller Ruhe die Kupplung mit angehefteter Feder einsetzen. Bild 20 verdeutlicht die Stelle. Als Kleber für die Reparaturen habe ich UHU-Endfest 90-Minuten verwendet. Da muss ich zwar einen halben Tag warten, bis ich den nächsten Schritt gehen kann, jedoch habe ich genügend Zeit, alles in Ruhe auszurichten.
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