Kreuzpoller

Nachdem ich bei den Pollern genügend Gelegenheit hatte, mit Drehmaschine und Fräsmaschine zu üben, war die Herstellung des Kreuzpollers kein größeres Problem. In der Ausgabe 12/73 der Zeitschrift "modellbau heute" findet sich eine Tabelle mit Maßen für Poller nach TGL. Daher hatte ich die genauen Maße und vor allem die Information, dass die Querstange dünner ist, als die senkrechten Säulen. Hätten die Teile den selben Durchmesser, hätte ich sie aufwendig zusammensetzen müssen. So konnte ich die Säulen mit einer Querbohrung versehen und den waagerechten Teil einfach durchschieben.

Für die Querbohrung braucht man natürlich eine Bohrvorrichtung (Bild 3 im Einsatz). Von einem quadratischen Messingprofil wird die Stirnseite überfräst und dort ein 1,4 mm Loch tief genug gebohrt, dass es die Pollersäule vollständig aufnehmen kann. Jetzt Y-Achse vom Kreuztisch nicht mehr bewegen. Dann wird das Profil auf die Seite gedreht, mit einem 1 mm Bohrer die Kante ertastet und dann um den Betrag der Länge zwischen Pollerkopf und Querstange weiter gefahren. Dort wird die Querbohrung gesetzt. Jetzt auch die X-Achse nicht mehr verändern. Die Pollersäule wird auf der Drehmaschine von unten nach oben gedreht (Bild 2), wobei der Kopf noch nicht auf den Durchmesser gebracht wird. Der Stab wird aus der Spannzange entnommen, bis auf Anschlag in die Bohrvorrichtung gesteckt (Bild 3) und die Querbohrung gebohrt. Ich war ziemlich erstaunt, wie genau das wurde. Die Stange wird vorsichtig wieder aus der Bohrvorrichtung entnommen, auf der Drehmaschine der Kopfdurchmesser gedreht und abgestochen. Dabei bleibt ein Rest Material in der Mitte der abgestochenen Fläche übrig. Da ich zu diesem Zeitpunkt die 1,4 mm nicht in einer Spannzange halten konnte, habe ich die Oberseite des Kopfes im Futter der Proxxon-Kleinbohrmaschine fertig bearbeitet (Bild 4). Mit Feile! 4 fertige Pollersäulen mit 1,4 mm Durchmesser und 1 mm Querbohrung zeigt Bild 5.

Die Querstange hat Verdickungen an den Enden, die verhindern, dass man das Teil als Ganzes durch die Querbohrungen schieben kann. Wenigstens eine Verdickung muss danach aufgesetzt werden. Ich habe sie beide einzeln hergestellt. Die Querstange mit 1 mm Durchmesser bekommt an jedem Ende eine ca. 1 mm tiefe Bohrung von 0,5 mm Durchmesser (Bild 6). Nachdem diese Prozedur geglückt ist, wußte ich, dass Reitstock mit Bohrfutter ziemlich genau auf den Mittelpunkt der Arbeitsspindel zeigen. Gut!

Die eigentlichen Verdickungen haben 1,1 mm Durchmesser und einen 0,5 mm Zapfen zum Einsetzen ins Ende der Querstange. Interessant ist hier vielleicht, dass ich dieses winzige Teil nur mit dem schmalen Abstechmesser gedreht habe, also auch langdrehen geht mit dem Messer. So konnte ich ohne Umspannen nach Skalen arbeiten. Natürlich kann man so nur winzige Späne abheben, aber mehr sollte es ja auch nicht sein (Bild 7).

Bleibt noch das Pollerfundament. Das habe ich mit der gleichen Methode gefräst, wie bei den Pollern. Als Basis habe ich die Lötvorrichtung für die Pollernasen kannibalisiert. 2 Löcher 1 mm im richtigen Abstand gebohrt, Stifte eingesetzt (Bild 9) und darauf die Messingplatten gefräst (Bild 10)

Zusammengebaut habe ich bisher nur einen Poller. Mehr brauche ich ja auch nicht. Die Teile habe ich mit Sekundenkleber fixiert. Vielleicht baue ich den zweiten auch einmal fertig. Der könnte dann gelötet werden.


Bild 1

Bild 2

Bild 3

Bild 4

Bild 5

Bild 6

Bild 7

Bild 8

Bild 9

Bild 10

Bild 11