Umsetzbühnen für den Schattenbahnhof


Im Zuge des Baus meines Schattenbahnhofs "Grauenbergen" sind auch zwei Umsetzbühnen von eher experimentellen Charakter entstanden. Das Prinzip stellte sich als sehr brauchbar heraus. Jedoch hatte ich nicht beachtet, dass aufgrund des Gleisabstandes von 25 mm auch die Bühnen nicht breiter sein dürfen, damit sie wahlfrei ansteckbar sind. Außerdem sahen die stumpf auf die Grundplatte geharzten Schienenprofile mit dem herausquellenden Harz nicht gerade attraktiv aus und lösten sich auch manchmal vom Untergrund. Es brauchte etwas Schickeres und Haltbareres.

Verwendet wurden wieder die Schienen von Minitrix-Flexgleis Code 80. Damit sie die richtige Höhe und den richtigen und parallelen Abstand haben, wurden in die 1,5 mm dicke Polystyrolplatte zwei Nuten in Schienenfussbreite 0,5 mm tief eingefräst. Dazu sind pro Nut zwei Durchgänge mit einem 1 mm Zylinderfräser notwenig. In diese Nuten wurden die beiden Schienen, nachdem sie mit angelöteten Führungsstiften versehen wurden, mit Uhu-Endfest-90-min eingeklebt. Zwecks besserer Griffhaltigkeit habe ich noch "Griffverstärkungen" an die Enden geklebt, damit sich die Bühne besser mit den Fingerkuppen halten lässt. Normalerweise brauchen die Bühnen nur auf der Fläche verschoben werden. Es kann jedoch sein, dass auch mal eine mit darauf stehender Lok angehoben und weggestellt werden soll. Daher wäre es wichtig, dass die Finger nicht so leicht abrutschen.

Alles Weitere zeigen die Bilder. Bei der ersten Bühne haben die Nuten, trotz gefühlt sehr sparsamen Auftrag, viel zu viel Kleber abbekommen. Da ich den Ehrgeiz hatte, dass möglichst kein Kleber sichtbar sein soll, musste der weg. Viele Lösungsmittel lösen Polystyrol ja an. Brennspiritus brachten den gewünschten Erfolg. Es löst das noch nicht ausgehärtete Uhu-Endfest, nicht jedoch Polystyrol.

Warum habe ich keine Seitenwände angebracht, die eine Handhabung erleichtern und ein Umfallen der Lok verhindern könnten? Weil bei 25 mm Gleisabstand die Breite des NEM-Lichtraumprofils (27 mm) eigentlich schon unterschritten ist. Bei manchen Dampfloks ragen die Zylinder 22 mm auseinander. Es wäre also nur Platz für eine sehr dünne Seitenwand.

Wenn man keine Fräsmaschine besitzt, kann man solche Bühnen auch anders herstellen. Mir hat das Fräsen halt Spaß gemacht, zumal man auf diese Weise ein sehr präzises Ergebnis erhält.

PS:
Man sollte tunlichst vermeiden, dass die Bühne aus der Hand fällt, weil die Lötstelle der Führungsstifte nicht besonders schlagfest ist. Passiert doch einmal ein Bruch, so ist eine Reparatur durchaus möglich (siehe letztes Bild unten). Einfach wieder anlöten kommt wegen der Nähe zum Polystyrol nicht in Frage. Die Schiene muss mit einer Flachzange durch leichtes Abwinkeln nach außen vorsichtig heraus gebrochen werden. Anschließend den Schienenfuß und die Nut von Resten des Klebers befreien, Stift wieder anlöten und die Schiene wieder einkleben. Im Bereich der Griffverstärkungen konnte ich die Schiene durch schräg-seitlichen Druck auf den Schienenfuß mit einem kleinen Schrauberzieher wieder in die Nut einschnappen lassen.


Die beiden bisherigen, eher experimentellen, Bühnen.

Fräsplan mit den notwendigen Zustellungen.

Die genau parallele Ausrichtung der Platte auf dem Kreuztisch war etwas tricky.

Beide Nuten sind drin. Späne schon entfernt.

Einlöten der Führungsstifte. Einfache Vorrichtungen helfen häufig. Es wird nur am Ende verlötet, damit das nach vorne reichende Teil leicht federn kann.

Erste Bühne mit viel zu viel Kleberharz, das per Brennspiritus weggeputzt werden musste. Eine stressige Angelegenheit.

Zweite Bühne schon besser. Aufgespannt auf ebene Platte, da ich einem Verzug befürchtete.

Ausfräsen der rechteckigen "Griffverstärkungen", 6,5 x 24 mm aus 1,5 mm dicken Polystyrol. 8 Stück werden benötigt.

Griffverstärkungen mit Polystyrol-Kleber aufkleben.

Griffverstärkungen "griffig" fräsen.

Reparatur nach Schienenbruch.